Stadt & Land

Wir drehn uns im Kreise

Wo Fuchs und Hase Gute-Nacht sich sagen,
will ich wissen, wie.
Geh durch die Frühmorgenstunden,
die schneefrischen Wiesen,
entlang den Hasenspuren,
die nirgendwo hin mich führen
als an der Nase herum.

Der beste Weg ins Abseits, denk ich,
denk, dass ich mich lang schon dort dachte,
weil keiner dem andern mehr
für die Nacht etwas wünscht. Gut,
noch ist kein Fuchs da, noch
gibt es Hoffnung. Nicht gut
genug ist mir die Dunkelzeit.

Ich schleiche durch ihre Stunden,
schau zu den alternden Wiesen hinüber –
tief abseits genug, um ein Fuchs zu sein,
der etwas jagt, das ich nicht
sehen kann, aber zu sehen bereit bin.
Und hell
scheint mir der Mond.

Beim Herantreten find ich
den Hasen, ein genaues Abbild
dessen, was ich zu finden vermutete:
Seine Spur aus der Früh,
zwischen meiner und der des Fuchses,
auf einem der besten Wege hinaus.

Aus: Saskia Fischer. Wenn ich Himmel wär. Gedichte. Grupello Verlag, Düsseldorf 1998

himmel

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