Katz & Maus, Logbuch der Paradoxa, Neues

Von der Waffe genarrt

logbuch-der-paradoxa

Letzte Nacht träumte ich, ein Rudel Hunde hätte versucht, über meine Terrassenfensterfront ins Haus zu kommen, wobei ich in Wirklichkeit nicht einmal einen Balkon habe. Hätte ich („nur zur Tierabwehr“) Pfefferspray im Hause gehabt, ich hätte mit Sicherheit nicht gewusst wo; ich nehme an, dort, wo das WD40 steht, das Fahrradöl und Nachfüllgas, aber diese Fläschchen wechseln ihre Standorte dauernd und sind nie zur Hand, wenn man sie braucht. Worauf ich hinaus will: Überall soll laut Medienberichten Pfefferspray ausverkauft sein, was noch keine Rückschlüsse auf seinen tatsächlichen Einsatz zulässt, allenfalls auf gesteigerte Angst. („Sehnsucht nach Sicherheit“, www.deutschlandradiokultur.de)

Anfang der 1990er Jahre, keine Zwanzig, bin ich einmal von Wien aus mit der Mitfahrzentrale Richtung Köln gefahren, der Treffpunkt war ein Autobahnzubringer, ein sich in der Nähe befindlicher Park. Es war schon dunkel, ich war viel zu früh und irrte auf den Wegen zwischen Bäumen und Büschen herum, meine Wasserflasche aus Glas (PET war noch nicht erfunden) fest umklammernd, kurz, ich hatte mächtig Schiss. Und hätte mich einer auch bloß nach der Uhrzeit gefragt, ich hätte ihm mit der Flasche eins übergezogen!

Befände sich also Pfefferspray in meiner Jackentasche, ich würde es wahrscheinlich benutzen, in Panik, weil ein „arabisch aussehender“ Tourist nach erfolgreichem Weg-Erfragen mich ebenso erfolgreich „antanzen“ könnte, Handy, Brüste und Co. Das Spray besitzt kein Extra Käppchen, ich habe mehrere gegoogelt. Ich würde im Ernstfall in der Jackentasche oder in der Handtasche beim nach ihm Wühlen aus Versehen draufdrücken, alles einsauen und leer wäre es, das Spray. Und der Dieb, so er denn einer gewesen wäre, hätte sich über die vor ihm wie von Zauberhand geöffnete, zum Hineingreifen einladende Handtasche sehr gefreut (da hätte ich ihm auch gleich meine Wohnungsschlüssel zuwerfen können) und zum Abschied ein klein wenig, ganz kurz nur und wie zum Dank geniest.

Mal sehen, ob ich im nächsten Traum welches finde und mich dort geschickter anstelle, zu irgendwas muss das ja gut sein, dieses Träumen.

Bildquellen

  • katz-und-maus: Saskia Fischer