Satz & Vers

Romanze in Stur und Groll

Um der Armee zu entfliehn, zertrümmert mein Vater/
flugs mit dem Hammer sein Knie. Im Hospital, hellwach er,/
macht abends die Schwester ihre Runde mit Tee,/
meine Mutter also einschenkend an seinem Bett steht,/

da fragt er, was, wenn der Inhalt der Tasse sich plötzlich/
vor ihr auf den Boden entleere. (Keine Zwanzig,/
ich kenne ihn nur vom Hochzeitsfoto, Filmstargesicht,/
ihn reizte vielleicht niedere Arbeit, wie ihre Hände wisch-/

und wringten, so ganz zwischen ihm und Eimer kniend.)
Madonna mia, sagt sie, die Kanne schaukelnd, Dienst-
schluss, ich geh jetzt in Ferien. Da kippt er, sie fest in Blick
nehmend, den Becher aus, und sie, zur Antwort, schickt

– Nach mir die Sintflut, nach mir die Nachtschicht! –
die ganze Kanne ihm ins Bett. Mein Vater, mein Erzeugerich!
Enfant Terrible im Proletenstadl ? Drei Jahre Ehe, vor Gericht
weiß er nicht, wie’s zum Jawort kam, sie, wie’s zum Kinde nicht.

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