Katz & Maus, Logbuch der Paradoxa

Die Singlefrau und der VHM

Der VHM ist kein Verbandsmitglied handwerklicher Milchverarbeitung. Auch keine Volkswagenausgabe des SUV. Obwohl der VHM den genuin Laktose spendenden Geschlechtsorganen einer Frau äußerst zugeneigt ist, und sein Jawort Meinhausmeingartenmeinefraumeinhund ebenso zu den Status untermauernden Vereinbarungen, kurz SUV gehört. Es handelt sich beim VHM um den Typus Verheirateter Mann. Die Singlefrau sollte der Gleichstellung halber hier ebenso verunglimpft werden, einen Bezug zu mir (SF) möchte ich allerdings ausschließen; es bleibt dabei, die Singlefrau, das ist Spott genug. Ohne Partner zwanghaft vereinzelt, gehen ihre Unangepasstheit und der ewige Rausschmiss des phallischen Potentials immer aufs Konto ihres egomanischen Zustands, während der VHM stets bemitleidet wird: Das Eheversprechen, das Brechen dessen oder die Sehnsucht danach, diese Selbstkasteiung – ein echtes Weltdilemma! Da hab mir Gott das Wort ledig selig, welches von „sich einer Sache oder Person entledigen“ herrührt, obwohl man sie ja nie besaß, die Person, sonst wäre man geschieden. Laut Duden gibt es sogar einen Superlativ: ledig, lediger, am ledigsten. Kommt, Frauen, lasst uns noch unverheirateter als unverheiratet sein! Hauptsache nicht ledriger!

VHMs, die berufsbedingt viel unterwegs sind – Kongresse, Verhandlungen, Berichterstattung – können sich aus Zeitgründen keine Affäre halten, sie begnügen sich mit Onenightstands. Andere leben gleich an zwei Orten, wie dieser hier: Wochentags wünscht er die Singlefrau nach seiner Arbeit zu sehen, was verständlich ist, denn er langweilt sich in seinem 1-Zimmer-Appartement mit einem bloßen TV-Anschluss zur Kommunikation. Wo er doch Haus, Hund, Frau und Kinder um sich herum gewohnt ist. Der Singlefrau ist ebenfalls langweilig. Wie es Gerburg Jahnke in der Novemberausgabe der Ladies Night klarstellte, „schläft, langweilt und besäuft [sie] sich“. Am Freitag Abend wünscht der VHM die Singlefrau nicht zu sehen, da fährt er raus aus der Arbeitsstadt und hinein in den familiären Freizeithort, lustlos, immer diese weite Strecke! Aber Sonntag Nacht ist er ja wieder zurück, und auch die Singlefrau, die viel Zeit hatte, sich von den Strapazen ihres singulären Daseins zu erholen, wird sicher ein Einlaufbier mit ihm trinken, das er so nennt, als wären sie und die Kneipe sein Hafen. Das klingt nach einem unbefriedigenden Unterfangen. Zumindest ist es nicht das, was man sich vorstellt im Leben, bevor es damit losgegangen war einst.